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Musikrezension > Platte > 21.09.2026

Fink – The LowSwing Sessions Vol. 2


Genre: Singer / Songwriter

Was für ein Juwel! „The LowSwing Sessions Vol. 2“ erwischt mich auf eine Weise, die sich erst nach und nach erklären lässt. Da ist diese Wärme, diese Ruhe, dieses Gefühl echter Interaktion. Nichts drängt sich vor, nichts klingt gezwungen, artifiziell zurechtgerückt. 

Und je länger die Platte läuft, desto deutlicher wird, woran das liegt: Hier spielen Menschen miteinander, im selben Raum, ohne Netz und ohne doppelten Boden. Fin Greenalls Stimme sitzt mitten im Geschehen, Michael Wollnys Klavier setzt immer wieder feine Akzente, Maggie Björklunds Pedal Steel zieht Hallfahnen durch den Raum. Tim Lefebvre und Nicky Hustinx bilden darunter ein Fundament, das immer in Bewegung bleibt und sich chamäleonartig an die Musik anpasst. Alles fließt auf sehr organische Weise zusammen; die Musiker hören einander zu, reagieren, lassen einander Platz. Das klingt nicht perfekt im klinischen Sinn, aber menschlich. Beispielhaft sei „The Garden“ genannt, bei dem Nick Cave grüßen lässt: düster, dräuend, stoisch und intensiv. Diese Spannung baut sich nicht auf gewollten Effekten auf, sondern auf einem „In-der-Musik-Aufgehen“ und dem perfekten Timing der Musiker untereinander. Besser hätte es der Meister selbst kaum machen können. Auch die Produktion von Guy Sternberg ist – wieder einmal – schlicht großartig. Warm, druckvoll, offen, dabei voller kleiner Details, die nicht künstlich ins Scheinwerferlicht gerückt werden. 

Die komplett analoge Aufnahmekette klingt bei Sternberg nie nach audiophiler Selbstinszenierung, sondern ist das perfekte Mittel zum Zweck. Und über diese Verbindungen, über persönliche Beziehungen und Zusammenspiel, landet man bei der eigentlichen Schönheit dieser Platte: Sie lebt von echtem Vertrauen.



Fazit

KategoriePlatte
ProduktFink – The LowSwing Sessions Vol. 2
HerstellerLowSwing Records
Preis0 Euro
Getestet vonMichael Bruss
Vorheriger Test

Einflussreich - Röhrenvorverstärker Air Tight ATC-7

Nächster Test

Wie für mich gebacken - Tonabnehmer Skyanalog P-1GC

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Michael Bruss
Redakteur / Tester

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