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Einzeltest > Analoges Zubehör > 30.10.2026

Etwas Feines für drunter

Er nennt sie schlicht „Unterlegscheiben mit Absorberwirkung“ und nicht „Quantenresonanzabsorptionseinrichtungen“, und allein dafür muss man Reinhold Schäffer schon dankbar sein.

Lautsprecherfüße bFly Audio b.DISC ELITE / b.DISC PRO

Generelles 
Wenn ich das richtig sehe, dann hat der oberbayrische Zubehörspezialist bFly Audio derzeit elf verschiedene Geräteunterstellfüße im Angebot. Wobei das nur die grobe Kategorisierung ist. Eine Vielzahl der Modelle ist in verschiedenen Ausführungen, sprich: für unterschiedliche Gewichtsbelastungen und in unterschiedlichen Farben lieferbar. Außerdem scheint dort ein kompliziertes Verhältnis zur Großund Kleinschreibung vorzuherrschen, denn bei so ziemlich jedem bFly-Produkt muss man fein säuberlich aufpassen, an welcher Stelle Großbuchstaben lauern. Das ist auch bei den neuen, für den Einsatz unter Lautsprechern vorgesehenen Modellen „b.DISC ELITE“ und „b.DISC PRO“ der Fall, und ich werde mich hier nicht streng an die Nomenklatur des Herstellers halten – ich bitte um Verständnis dafür. Alles, was b.DISC heißt, verfügt über eine kleine Vertiefung auf der Oberseite, in der idealerweise unter die Lautsprecher geschraubte Spikes stehen. Es gibt jedoch auch Varianten des Themas, bei denen M8-Gewindebolzen oben aus den Absorbern herausragen, die in entsprechende Aufnahmen am Boden der Lautsprecher geschraubt werden. Die heißen dann nicht b.DISC, sondern „TALIS“.  

In beiden Fällen – also für die Unterstellals auch für die Einschraubvariante, ist die brandneue ELITE-Baureihe das, womit wir uns hier in erster Linie auseinandersetzen wollen. Demgegenüber steht die PRO-Baureihe, die das Feld bei bFly Audio in dieser Hinsicht bis dato anführte und strukturell etwas einfacher aufgebaut ist. Als Reinhold Schäffer anfragte, unter was für Lautsprechern ich seine neuen Untersteller denn auszuprobieren gedachte, habe ich ihm schlicht ein Foto der Unterseite meiner JBL L300 geschickt. Die steht auf einem umlaufenden Leistenrahmen und hat zwei Dinge nicht: Spikes und Schraubgewinde. Womit es keine andere Möglichkeit gibt, als den Lautsprecher einfach auf drei oder vier b.DISC-Füße zu stellen. Die Box wiegt 66 Kilogramm, wohl auch deshalb hat sich die Vorgehensweise als vollkommen unkritisch erwiesen. Zwar ist der Lautsprecher auf den Füßen verschiebbar, aber dafür muss man sich schon ein bisschen Mühe geben. Die andere Frage lautet: Drei oder vier Untersteller? Bei mir ist die Antwort ganz klar: vier. Ansonsten ist keine ausreichende Kippsicherheit gewährleistet.   

Was das Ganze kostet? Das kommt darauf an. bFly-Audio bietet seine Absorber nach Belastungsgrenzen gestaffelt an: Die „S“- Version trägt maximal sieben Kilogramm, „M“ schafft zwölf Kilo, „L“ derer 25 und „XL“ bis zu 100 Kilo. Die Preise reichen von 59 Euro für ein „L“-Modell bis 159 Euro für eine „XL“-Ausgabe. Schlimmstenfalls – mit zweimal vier XL-Unterstellern – muss man also 1272 Euro investieren. Dafür gibt’s praktisch keinerlei hinderliche Esoterik und ganz viel pragmatische Ingenieursarbeit. Die Wirkungsweise der bFly-Füße besteht nämlich darin, dass sie Schwingungsenergie aufnehmen, die ansonsten mehr oder weniger ungehindert in den Fußboden geleitet würde und von dort aus zum HiFi-Rack wandert und wiederum die Komponenten in Schwingungen versetzt, was wir garantiert nicht wollen. Herstellerargumentation, nicht meine. Um eine möglichst effektive Absorptionswirkung zu erzielen, setzt bFly Audio auf einen recht komplexen Aufbau: Die oberste Schicht bildet ein Aluminium-Korpus, der den Kontakt zum Lautsprecher herstellt. Es folgt eine Schicht Sorbothane, jenem legendär hoch dämpfenden Elastomer, das gerne für solche Anwendungen eingesetzt wird. Es folgt eine harte Trennschicht, das nächste dämpfende Element ist eine ringförmige Korkscheibe, danach geht der ganze Reigen in umgekehrter Reihenfolge noch einmal los. Den unteren Abschluss bildet ein Gel-Pad. Das Ganze steckt in einer „Dose“ aus POM, dem Lieblingskunststoff der HiFi-Branche für strukturell  tragende Elemente. Als „Kontaktelement“ fungiert dabei ein O-Ring aus einem speziellen Polymer, das für die Entkopplung in horizontaler Richtung sorgt. Uff. Das ist eine Menge Zeug, und wir glauben gerne, dass sich damit eine wirksame Entkopplung erzielen lässt. Tatsächlich enthalten die neuen ELITE-Absorber damit in etwa doppelt so viele Elemente wie die PRO-Varianten, die den Reigen bislang anführten. Auch jene sind in verschiedenen Gewichtsklassen erhältlich und tragen maximal 100 Kilogramm pro Stück. Die größte Variante kostet 62 Euro pro Stück, der Achtersatz also 496 Euro.   

Ergebnisse
 
Die dicken JBLs auf die bFly-Absorber zu wuchten, erweise sich als gar nicht so schwierig wie befürchtet, und wir waren sehr gespannt, ob sich eine klangliche Veränderung einstellen würde.


Die b.DISC ELITE sind ziemlich komplex aufgebaute Konstruktionen
Zumal die Lautsprecher in unserem Hörraum ohnehin auf einem dünnen Filzboden stehen, der schon für ein Mindestmaß an Entkopplung sorgen sollte. Der Effekt schon der preiswerteren PRO-Modelle ist mehr als deutlich und geht in eine in diesem Falle sehr vorteilhafte Richtung: Die L300 ist im Bass beileibe kein Kind von Traurigkeit und zeigt sich auf den PRO-Absorbern deutlich disziplinierter. Dabei bleibt der knorrige und warme Charakter des wunderbaren Fünfzehnzöllers dankenswerterweise unangetastet, er bollert nur nicht mehr ganz so ungeniert. Was dem Treiben darüber eindeutig gut zu Gesicht steht: Das Geschehen wirkt transparenter, aufgeräumter und ruhiger. Erstaunlich, aber noch nicht das Ende der Möglichkeiten: Der Tausch der PRO-Absorber gegen die ELITE-Varianten räumt den Tieftonbereich noch etwas besser auf, ohne jedoch zu viel Substanz zu kosten. Was sich damit einstellt, ist ein Maß an klanglichem Realismus, das mitunter ein bisschen unheimlich wirkt. So etwas wie Led Zeppelins Live-Großtat „How The West Was Won“ bekommt so eine Intensität, die dem Live- Erlebnis schon recht nahekommt, zumal der Wunsch nach erhöhtem Pegel bei den entkoppelten Boxen merklich stärker zum Tragen kommt als bei der „unbehandelten“ Hörsituation. Von daher halte ich beide Varianten der bFly-Absorber für absolut ausprobierenswert – auch wenn man sich nicht, wie ich, von der kindlichen Freude am Krachmachen vereinnahmen lässt.   

 bFly Audio b.DISC ELITE / b.DISC PRO
 
  •  Stückpreise ab 32 / 59 Euro 
  •  Vertrieb bFly Audio, Schwabbrück 
  •  Telefon 08868 1818755 
  •  Internet www.bfly-audio.com 
  •  Garantie 2 Jahre 
  •  Belastbarkeit ca. 5 - 100 kg 

Mitspieler
 

Gespieltes
  •  Led Zeppelin: How The West Was Won
  •  Mogwai: Young Team 
  •  John Coltrane: A Love Supreme 
  •  Hannes Wader: 7 Liede 


Fazit

Beide Varianten der bFly-Lautsprecherfüße verbessern den Klang unseres Test-Setups merklich. Sie sorgen im Bass für eine deutliche Entschlackung und im Bereich darüber für mehr Transparenz und Realismus. Die aufwändigeren Elite-Varianten setzen dem Ganzen noch eins drauf.

KategorieAnaloges Zubehör
Produktb.DISC ELITE / b.DISC PRO
HerstellerbFly Audio
Preis32 Euro / 59
Getestet vonHolger Barske
Vorheriger Test

Einflussreich - Röhrenvorverstärker Air Tight ATC-7

Logo LP:Magazin

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