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Musikrezension > Platte > 23.09.2026

Katatonia – The Fall of Hearts (10yr Reissue)


Genre: Progressive Metal

Mit „The Fall Of Hearts“ hatte sich Katatonia ein gutes Stück vom klassischen Metal entfernt. Das fiel 2016 durchaus auf. Zehn Jahre später wirkt dieser Schritt irgendwie unvermeidlich, und die Platte hat erstaunlich wenig von ihrer betörenden Wirkung verloren. 

Bei aller Melancholie: Die Musik zieht einen nicht runter. Sie zieht einen vielmehr hinein, entwickelt einen unwiderstehlichen Sog, den die Schweden auch auf den folgenden Alben kultiviert haben – doch hier hatten sie ihren Peak erreicht. Katatonia befanden sich damals hörbar in einer Phase, in der Progressive Rock immer mehr Platz in der Rille bekam. Die Songs wurden länger, die Arrangements offener, Gitarren und Keyboards umkreisen sich oft minutenlang, ohne dass dabei das Gefühl entsteht, die Band wolle ihre Virtuosität ausstellen. Schon „Takeover“ nimmt sich alle Zeit der Welt, und die Spannung steigt kontinuierlich. Jonas Renkse singt zurückhaltend. Seine Nüchternheit trifft mich hier stärker als jeder große Gefühlsausbruch. „Old Heart Falls“, „Serein“ oder „Residual“ gehören für mich bis heute zu den stärksten Songs, die Katatonia geschrieben haben. Wie so oft bei Katatonia wirkt auch „The Fall Of Hearts „ zunächst erstaunlich unspektakulär und wächst erst mit dem dritten oder vierten Durchlauf. Wie geschickt Harmonieschichten fluktuieren oder wie beiläufig kleine Gitarrenfiguren die Stimmung verändern – so etwas erschließt sich selten beim ersten Hören. 

Natürlich verlangt „The Fall Of Hearts“ deshalb einiges an Geduld. Die Jubiläumsausgabe gibt dem Album nun endlich den klanglichen Rahmen, den es verdient, und ist eine gute Gelegenheit, eines der stärksten Katatonia-Alben überhaupt neu zu entdecken.



Fazit

KategoriePlatte
ProduktKatatonia – The Fall of Hearts (10yr Reissue)
HerstellerPeaceville Records
Preis0 Euro
Getestet vonMichael Bruss
Vorheriger Test

Einflussreich - Röhrenvorverstärker Air Tight ATC-7

Nächster Test

Rücksturz - Vorverstärker Manunta Classic Stereophonic Preamplifier

Logo LP:Magazin

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Michael Bruss
Redakteur / Tester

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