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Musikrezension > Platte > 28.09.2026

Prince of Failure – Prince of Failure


Genre: Progressive Metal

Wenn Daniel Tompkins und Paul Ortiz gemeinsam ein neues Projekt starten, liegt die Erwartung nahe, dass es frickelig wird. Verschachtelte Rhythmen, komplexe Songstrukturen, möglichst viele Takte, über die man nachdenken muss. Entwarnung: „Prince Of Failure*“ geht weitgehend einen anderen Weg. 

Die Platte besitzt zwar jede Menge Progressive-Metal-DNA, flutscht aber erstaunlich zugänglich in die Gehörgänge. Ich musste mehrfach an die stärksten Momente moderner Alternative- und Progressive-Rock-Alben denken, ohne dass die Musik ihre Heaviness verliert. Der Opener „Dream Stealer“ lässt gewaltige Gitarrenwälle auf einen Refrain treffen, der sofort hängen bleibt. Tompkins schöpft seine stimmlichen Möglichkeiten fast vollständig aus, wechselt mühelos zwischen zerbrechlichen Passagen, kraftvollen Melodien und harschen Screams. Elektronische Elemente fließen selbstverständlich in den Sound ein; Synthesizer und Effekte wirken nie wie zusätzliche Dekoration, verändern stattdessen die Atmosphäre eines Stücks mit wenigen Akzenten, die sich ins Unterbewusstsein bohren. Gleichzeitig behält Ortiz‘ Gitarre immer ihre schneidende Wucht. Die Platte klingt über ihre gesamte Laufzeit druckvoll, ohne ständig auf maximale Härte zu setzen. Das gelingt nicht jeder Band auf diesem Niveau und spricht für das ausgefeilte Songwriting. Viele Prog- Metal-Bands wollen durch technische Raffinesse beeindrucken – Tompkins und Ortiz müssen nichts mehr beweisen, setzen auf Inhalte statt auf Form. „Moonlight“, „Phantom“ oder „Blindside“ entfalten eine enorme emotionale 

Wirkung, die weit über mathematisch präzise Rhythmen hinausgeht. Selbst komplexere Arrangements verlieren nie den roten Faden. „Prince Of Failure“ machen es dem Hörer leichter als viele Genrekollegen, und doch entdeckt man bei jedem Durchlauf neue Details. Für mich schon jetzt eines der spannendsten Alben des Jahres.



Fazit

KategoriePlatte
ProduktPrince of Failure – Prince of Failure
HerstellerKScope Records
Preis0 Euro
Getestet vonMichael Bruss
Vorheriger Test

Einflussreich - Röhrenvorverstärker Air Tight ATC-7

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Michael Bruss
Redakteur / Tester

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